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Begleitung in Trauer, Schmerz, Neuanfang

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Buchenblueten



Peter W. Ochsner-Bolt
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Das zerbrochene Herz

Das Ungeheuerliche gibt es tatsächlich: Dass unser Herz zerbricht! Da ist nicht einfach „etwas Schlimmes“ passiert. Das geht tiefer, als dass wir einfach nicht mehr wissen, wie’s weiter geht. Uns fehlt schlicht jede, wirklich jede Kraft. Unser Herz ist zerbrochen und unsere Identität ist dahin. Wir sind nicht mehr „ich“. Wir sind uns selber abhandengekommen. Ausgeleert am Boden. Jeder Trost zielt ins Leere.

Niemand soll uns weismachen, es gehe schon wieder weiter. Gar niemand. Auch nicht wir selber! Jetzt geht es nur um das Eine: Anerkennen, dass es so ist. Punkt. Schreien. Verstummen. Wütend sein. Trauern. Leer sein. Im Schreien, Stampfen, Weinen - und im Kontakt mit der Natur - spüren wir, nach und nach, dass wir bei aller Leere - am Boden liegend - immerhin von diesem Boden gehalten sind. Nur diesen Boden spüren. Ganz konkret. Nicht weitersehen wollen.

Und dann, – ABER ERST DANN! – wenn die Mauern, die schützten und hielten, zerbrochen sind, unreparierbar, erst dann wird aus den Ruinen eine neue Sicht wachsen, eine neue Variante des Lebens keimen. Und wir entkommen dem Gefängnis unserer alten Identität! Wir ahnen eine NEUE Freiheit, noch unbegriffen, die nicht schon wieder geplant ist. Sie will nicht aus den Trümmern das Alte herüberretten. Denn das Leben will sich verändern. Das Leben will im Fluss bleiben.

Glücklich, wer durch den Schmerz der zerbrochenen Identität HINDURCH-geht ohne sein Leben schon wieder im Griff haben zu wollen.

Peter W. Ochsner / 13.05.2013

 

 


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